Station 2: Buchholz-Markt

Mit dem Namen Buchholzmarkt erinnert der Bockenemer Marktplatz an den Bürgermeister Dr. Friedrich Buchholz, unter dem nach 1847 der Wiederaufbau stattfand. Die Namensgebung erfolgte 1932 durch den Heimatkundeverein. Beeindruckend ist die Größe dieses Platzes, die nicht der ursprünglichen Situation entspricht. Bis zum Großen Brand des Jahres 1847 stand nämlich mitten auf ihm das Rathaus und unterteilte ihn in den östlichen Pferdemarkt und den Großen Markt vor dem jetzigen Rathausbau. Das letzte Rathaus auf dieser Stelle hatte man als repräsentativen Bau 1820 errichtet. Doch es brannte 1847 mit ab. Wie es ausgesehen hat, zeigt ein kleines Bild an der rechten Vorderseite des Museums.

 

Das jetzige Rathaus steht auf der Westseite des Platzes. Der Altbau ist ein Gebäude, das 1850 errichtet wurde, einem Apotheker gehörte und 1865 als Bürgermeisterwohnung von der Stadt gekauft wurde. Die gesamten Verwaltungsgeschäfte verlagerte man erst 1890 hierher. Der dahinterliegende Neubau entstand 1974, nachdem in jenem Jahr die neue Stadt Bockenem gebildet worden war.

Am Altbau des heutigen Rathauses ist die Bockenemer Elle angebracht. Sie ist das Standardmaß, das in früheren Zeiten bei allen Verkaufsgeschäften von Leinen und Stoffen als verbindliche Richtschnur in der Stadt galt. Ihre Länge misst 54 Zentimeter.

                                                                                

Wirtschaftlich gehörte der Bockenemer Markt über Jahrhunderte zu den bedeutenden der Region. Besonders groß gestaltete sich das Aufkommen an Leinen, Leder, Schuhen und Getreide. Noch im 19. Jahrhundert gab es in der Stadt 20 und in den umliegenden Dörfern etwa 50 Leineweber. Die Zahl der Schuhmacher in Bockenem lag über 30.

Der rege Marktbetrieb erforderte auch das Vorhandensein von Wasser. Deshalb gab es auf diesem Platz drei Brunnen.